Alex

Ganz schön Krank

Vitiligo

Vitiligo oder auch Weißfleckenkrankheit genannt, ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die etwa 0,5 bis 2 % der Menschen weltweit betrifft. Typisch sind Pigmentstörungen in Form weißer, pigmentfreier Hautflecken, die sich langsam ausweiten können, aber nicht unbedingt müssen. Vitiligo tritt oft nicht allein auf, sondern wird teilweise von Autoimmunerkrankungen begleitet.
Stress könnte als Katalysator eines Vitiligo-Ausbruchs wirken. Dies bedeutet, dass die mit dem Stress einhergehenden Auswirkungen das Immunsystem stören können. Damit kann sich die schon vorhandene Autoimmunerkrankung zum ersten Mal oder verstärkt bemerkbar machen, indem pigmentlose Hautstellen auftauchen können.
Die Krankheit kann in jedem Alter und auch in anscheinend genetisch nicht vorbelasteten Familien auftreten. Zur Behandlung können verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden, wobei keine Behandlungsmethode dauerhaften und sicheren Erfolg versprechen kann. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählt die Gabe von Steroiden oder Immunsuppressiva, die das körpereigene Immunsystem herunterfahren. Möglich ist auch die Einnahme des pflanzlichen Stoffes Psoralen mit gleichzeitiger UV-Bestrahlung der betroffenen Stellen.

 

Alopecia areata

Unter Alopecia areata versteht man einen runden, lokal begrenzten krankhaften Haarausfall und ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung. Sie tritt in jedem Lebensalter auf, bevorzugt im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt. Typischerweise liegen am behaarten Kopf eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Man nimmt an, dass Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten. Die Haare werden somit vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und deshalb abgestoßen, sie fallen aus.

Der Sinn und Wert des Lebens

Ich lebe nun seit 7 Jahren mit der Krankheit Vitiligo und seit 1 Jahr mit Alopecia areata. Die Krankheiten mögen sich vielleicht nur äußerlich zeigen, doch durch viele Erfahrungen und Begegnungen mit verschiedenen Menschen bahnen sich die Krankheiten den Weg nach innen.
Meine Haut und meine Haare sind wie ein Schutzschild, das durch die weißen Flecken in meiner Haut und die kahlen Stellen an meinem Kopf Schwachstellen hat. Durch die Krankheiten nehme ich mir manche Sachen viel zu sehr zu Herzen, besonders was mein Aussehen angeht. Ich fühle mich manchmal schnell angegriffen durch Aussagen oder Fragen anderer Menschen, die diese Krankheit nicht kennen. Mein schlimmstes Erlebnis war ein Vorstellungsgespräch, ich wollte dem Chef zur Begrüßung die Hand schütteln, doch er zuckte zurück und fragte "Ist die Krankheit ansteckend?". Ich antwortete darauf nur „Nein.“ und machte ihm unmissverständlich klar, dass ich in einem Betrieb mit solchen Vorurteilen nicht arbeiten wolle. Besonders lustig ist es auch nicht, wenn ich plötzlich von meinen Freunden angesprochen werde: "Man sieht deine kahlen Stellen wieder". Ich finde es gut, dass sie mir Bescheid geben - doch ist es für mich immer wieder ein Schlag ins Gesicht, weil es mir so unangenehm ist. Aber mit jedem Tag, der mir vor Augen führt "Es könnte schlimmer sein.", denke ich mir: Es ist Okay. Ich lasse mich nicht unterkriegen und auch nicht abstempeln, denn ich habe Menschen die hinter mir stehen.
In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.
Sigmund Freud