Geli

Ganz schön Krank

Bronchialkarzinom rechts,

histologisch mäßig differenziertes pulmonales Adenokarzinom,

Tumorstatium IIIb, T4, N2

Unter einem Bronchialkarzinom (auch: Lungenkarzinom oder Lungenkrebs) versteht man eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen und Rauchen ist die mit Abstand häufigste Ursache für Lungenkrebs.
Die Heilungsrate ist erheblich von der Art des Krebs und seiner Ausdehnung abhängig. Sie ist z. B. im Falle des kleinzelligen Bronchialkarzinoms immer noch sehr schlecht und liegt bei einer Fünfjahresüberlebensrate von unter zehn Prozent.
An Lungenkrebs sterben mehr Menschen als an Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen. Dies liegt vor allem am beschwerdefreien Wachstum dieser Krebsform. Die Betroffenen leben oftmals sehr lange mit dem Tumor, ohne etwas davon zu merken. Entwickelt der Patient die ersten Symptome (z. B. chronische Heiserkeit oder Bluthusten), ist es meist zu spät für eine erfolgreiche Therapie. Wenn aber Lungenkrebs frühzeitig (also meist per Zufall) entdeckt wird, ergibt sich laut American Cancer Society (ACS) eine Überlebensquote von 47 %.

 

Die Angst vor dem Tod

Nachdem am 08.01.08 ein Röntgenbild die böse Wahrheit in der rechten Lunge zeigte, ging alles sehr schnell.
Einweisung ins Klinikum, viele Untersuchungen.
Der Tumor saß so nah an meinen Nervenbahnen, dass er nicht gleich operiert werden konnte. Also ging’s bei mir andersrum: Vier Monate Chemo und ein Monat Bestrahlung. Alles schlug gut an und Mitte Mai wurde dann die halbe Lunge herausgenommen. Ca. 90 % überleben diese Diagnose nicht.
Warum ich?
Das habe ich mich nie gefragt. Die Angst kam erst nach der Operation. Die Kontrolluntersuchungen und die Angst, dass wieder was sein könnte. Die Angst vor dem Tod hat es gar nicht zugelassen, dass ich es nicht schaffen könnte.
2013 sind es nun fünf Jahre, die vergangen sind. Juhu! Beflügelt hat mich in all den Jahren natürlich meine Familie, mein Freund und meine Tiere. Ich arbeite seit 10 Jahren mit meinen Hunden in einer Rettungsstaffel des Bayerischen roten Kreuzes. Das war meine erste Sorge nach der Diagnose. Meine erste Frage an den Arzt war: „Werde ich weiterhin mit meinem Hund in der Rettungsstaffel arbeiten können?“ Das war mein erster Gedanke, meine größte Befürchtung.
Die Antwort „Wenn alles gut geht, können Sie dort weiterhin arbeiten, natürlich.“ war wie eine Erlösung für mich. Balsam für meine Seele. Mein damaliger Hund hat mir in den Jahren schwerer Krankheit sehr geholfen. Nicht zuletzt waren es auch das Team des Klinikums Passau, die mir durch meine schwere Zeit geholfen haben: An dieser Stelle bedanke ich mich bei Professor Dr. Grimm, seinen Mitarbeitern, allen Schwestern und Pflegern. Ihre wunderbare Betreuung hat mich gestärkt und begleitet.
Und jetzt? Weiterhin habe ich tierische Begleiter in meinem Leben. Ich versuche, Dinge schnell umzusetzen. Sachen, die ich tun möchte, auf die ich Lust habe, nicht auf die „Warteliste“ zu schieben. Ich möchte mein Leben genießen – Trotz körperlicher Einschränkungen. Denn damit kann ich mich arrangieren. Mit dem Tod nicht.