Martin

Ganz schön Krank

Epilepsie (1990 - 2011)

Es gibt eine Vielzahl von Begriffen in der Umgangssprache die beschreiben sollen, was "Epilepsie " ist: "Fallsucht", "Krämpfe" oder "Anfälle" sind einige Begriffe dafür. Das Wort Epilepsie selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet "von etwas befallen oder erfasst sein" oder auch "gepackt werden". Diese Beschreibung ist wohl auf den oftmals sehr eindrücklichen Verlauf eines "großen" epileptischen Anfalls zurückzuführen: Die Betroffenen schreien, fallen zu Boden, verlieren das Bewusstsein und bewegen unkontrolliert und unkoordiniert den gesamten Körper. Gelegentlich kann sich Schaum vor dem Mund  bilden. Beißen sich die Betroffenen durch die unkontrollierten Bewegungen auf die Zunge, kann dieser Schaum rot sein. Allgemeine medizinische Definitionen beschreiben epileptische Anfälle  als Störung des Gehirns, die durch eine kurz andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zustande kommt.

Hodenkrebs (2003 - 2008)

Als Hodenkrebs oder auch Hodenkarzinom wird ein bösartiger Hodentumor bezeichnet, der vor allem junge Männer in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren befällt. Hodenkrebs ist in dieser Altersgruppe die häufigste Krebserkrankung und wird meist durch Selbstabtastung entdeckt. In meiner Familie mütterlicherseits war der Krebs sehr verbreitet, einige Familienmitglieder waren stark betroffen und endeten teilweise durch die Krankheit mit dem Tod. Die Metastasen im Bauchraum wurden durch die Chemotherapie beseitigt.

Burnout inkl. Depressionen (2008 - Gegenwart)

Burnout äußert sich in Lustlosigkeit, Gereiztheit, Gefühle des Versagens, mangelndem Interesse am Beruf und Freizeit, Ruhelosigkeit, permanenter Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Magenbeschwerden. Bei mir kamen noch folgende Beschwerden hinzu: Ausgelaugtheit, Schlappheit, Stimmungsschwankungen und körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Atemnot und Schmerzen in den Extremitäten, kein oder sehr minimales Hungergefühl tagsüber, gefühlstot, Realitätsverlust, Suizidgedanken und teilweise schwere Depressionen.

 

Ohne Vorwarnung

Ohne irgendwelche Vorzeichen trat meine Epilepsie in Erscheinung, der Anfall kam plötzlich – ob daheim oder in der Öffentlichkeit. Nach einigen Minuten bis zu einer Stunde kam ich langsam wieder etwas zu mir – nur schemenhaft, ohne zu wissen wo und wer ich bin – um Minuten später wieder wegzudämmern und einzuschlafen.
Ein Anfall kann jederzeit wieder vorkommen.

Ebenso gab es beim Krebs keine Voranzeichen, Schmerzen und zu der Zeit keine sexuellen Kontakte, deshalb bemerkte ich es auch ziemlich spät.
Ich ließ die Operation einfach über mich ergehen.
Auch die Chemotherapie der stärksten Stufe ließ mich kalt.
Das einzige was mich daran störte, war die chemische Ausdünstung des Körpers durch die Therapie und die ambulanten Sitzungen von 6 Stunden täglich à 10 Tage.
Ich musste mich nicht mal einmal übergeben.
Mittlerweile kann ich behaupten vom Krebs geheilt zu sein.

Seit 2008 kämpfe ich nun mit dem Burnout und komme bis heute nicht endgültig davon los - manchmal kommt wieder alles zurück in gewissen Zeitschüben mit den meisten Merkmalen … dann fühl ich mich wie ein Zombie!

Ich bin auf der Suche nach einer verschollenen Person … Ich fühle mich verloren in allem und jedem Tun und Wirken, und alles wirkt so fremd – vor allem bin ich mir selbst ein Fremder - ein Fremder in einer fremden Welt, in der ich mich früher  doch so wohl fühlte!


Im Traum gehören die Sterne uns, aber in Wahrheit leuchten sie hellweit!
--  Falco, österr. Sänger --