Michaela

Ganz schön Krank

Rückenmarksinfarkt

Unter Rückenmarksinfarkt versteht man eine Schädigung des Rückenmarks infolge einer Sauerstoffunterversorgung. Dabei sterben Teile des Rückenmarks in den betroffenen Bereichen ab.  Infarkte des Rückenmarks sind selten und machen nur 1 % aller Infarkte aus. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache, ein Rückenmarksinfarkt ist aber immer als Notfall anzusehen, weil ein Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung besteht, bevor das Rückenmark zu stark geschädigt wird. An die akute Behandlung sollte sich eine Rehabilitation anschließen.
In einer Studie zeigte sich bei 70 % der Patienten eine vollständige oder fast vollständige Heilung.

Inkomplette Querschnittlähmung

Unter einer Querschnittlähmung wird eine Kombination von Symptomen verstanden, die bei Unterbrechung der Nervenleitung im Rückenmark auftritt. Zu den Symptomen zählen Lähmungen,
vegetative Störungen (wie z.B. Kreislaufprobleme), Veränderung der Muskelspannung und des Muskeldehnungsreflexe. Bei einer Inkompletten Querschnittlähmung kann man zwar seine Beine nicht mehr bewegen, aber man spürt dort noch Berührungen.  Mein rechtes Bein ist spastisch gelähmt – Das heißt, dass sich die Muskeln so stark verkrampfen und anspannen, sodass ich es allein nicht mehr bewegen kann.

Mit der Querschnittlähmung gingen auch die Funktionen von Mastdarm und Blase verloren. Für mich bedeutet das: Wenn ich auf die Toilette muss, verwende ich Katheter. Dabei wird ein Kunststoffschlauch in die Harnröhre eingeführt, damit die Blase entleert wird. Da mein Mastdarm auch gelähmt ist, muss ich zur Darmentleerung Einläufe verwenden.

Anorexie
Depressionen
Skoliose
chronische Sehnenentzündung

 

Das Glück geht nicht zu Fuß

God gave me this life because I am strong enough! Gott gab mir dieses Leben, weil ich stark genug bin!
Es stimmt. Ich bin stark. Ich weiß, dass ich alles schaffen kann. Und auch meinen größten Traum, das Fallschirmspringen, werde ich mir erfüllen – Mein großes Vorbild ist Laura Rampini, eine (ebenfalls querschnittsgelähmte) italienische Fallschirmspringerin. Ich bin stark genug. Es lohnt sich zu kämpfen. Es lohnt sich zu leben, auch mit Rollstuhl.
Ich weiß, wofür ich lebe: All die Menschen, die mich in meinen schweren Zeiten unterstützen und motivieren. All diejenigen, die in wenigen Wochen und Monaten von Fremden zu Freunden wurden. All diejenigen, die mich auch ohne Bedarfsmedikation aushalten. Mein Freund, der hinter mir steht und alles für mich tut. Kristel, Felix, Lukas, Andi, Wikky, Stephie, Patrick und meine Schwester Gabi – Das Glück geht nicht zu Fuß! Ich bin so dankbar, dass ich euch kennenlernen durfte. Ich möchte mein Schicksal nicht tauschen – Ihr motiviert mich, ihr seid für mich da, ihr seid der Wahnsinn! Aber auch ohne die professionelle Hilfe meiner Ärzte und Therapeuten wäre ich nicht hier. Das Team des Universitäts- und Rehabilitationsklinikums Ulm hat mich soweit gebracht. Ich danke Ihnen: Dr. Pinkart, Dr. Kurz und Dr. Kalke – Sie hatten alle immer ein offenes Ohr für mich, auch in schwierigen Zeiten. Nicht nur meine Mitmenschen haben mir zu meinem Glück geholfen – Auch mein Hund ist immer an meiner Seite. Zu Beginn meiner Zeit im Rollstuhl dachte ich, ich müsse ihn weggeben. Ich dachte, ich wäre eine Schlafmütze im Rollstuhl. Mit einem neuartigen Radsystem für Rollstühle, dass sich „Snoll-On“ nennt, habe ich die Möglichkeit, aktiv zu bleiben – Und kann meinen Hund täglich auspowern! Das Glück geht nicht zu Fuß.