Sara

Ganz schön Krank

AIDS

AIDS ist die Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Es bedeutet „erworbenes Immundefektsyndrom“. Dieses Syndrom entsteht beim Menschen durch die Infektion mit dem HI-Virus. Bei den Betroffenen kommt es zu lebensbedrohlichen Infektionen und Tumoren.

Körperflüssigkeiten, die eine für eine Ansteckung ausreichende Menge Viren enthalten, sind Blut, Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch. Nur durch sie kann eine Infektion zustande kommen.

Mögliche Eintrittspforten in Ihren Körper sind die Schleimhäute von Scheide/Muttermund, Darm, Penisspitze und Mund und kleinste Verletzungen an Penis, Scheide und Darm.
Durch die intakte Haut kann das Virus nicht gelangen. Überschätzt wird allgemein die Gefahr, sich bei Verletzungen der Haut zu infizieren.

Kinder können durch ihre infizierte Mutter während der Geburt, beim Stillen und im Mutterleib angesteckt werden.
Das Krankheitssyndrom AIDS hat sich weltweit zu einer ernsten Herausforderung für direkt Betroffene herausgestellt. Auch für die medizinische Wissenschaft und  all jene, die erkrankte Personen betreuen oder mit ihnen zusammenleben, stehen oftmals vor Problemen.

Es gibt nicht viele Situationen, in denen man sich anstecken kann. Für die meisten von uns sind es nur sexuelle Kontakte.
Dieses Ansteckungsrisiko können Sie durch Safer Sex stark vermindern. Bei Safer Sex dürfen keine Scheiden- oder Samenflüssigkeit und auch kein Blut in den Körper oder auf Schleimhäute kommen.
Das bedeutet: Beim Vaginal- und beim Analverkehr immer Kondome benutzen!



Ich lasse mich nicht fotografieren...

weil ich Angst habe, nichts mehr zu sein.

Ich heiße Sara, bin 27 Jahre alt und HIV positiv. Ich will mich nicht fotografieren lassen, weil ich Angst habe, dass es rauskommt und es alle wissen. 

Angst, vor den verachtenden  Blicken, den anklagenden Worten, dem Wegschauen, dem Ignorieren.

Angst vor der Angst der Menschen, ich könnte sie mit meiner bloßen Gegenwart anstecken. Angst vor Fragen, die ich nicht beantworten kann oder will.

Mein Leben ist normal – bis auf meine Krankheit – und ich möchte, dass es so bleibt. Ich möchte „ich bleiben“, ich möchte die gute Tochter, die liebe Schwester, die beste Freundin, die verlässliche Kollegin, die coole Tante, die verständnisvolle Freundin, die Schulter, an der man sich ausheulen kann, der Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann  bleiben – ich möchte „ich sein“ und bleiben und nicht plötzlich nichts mehr von dem sein.

Ich möchte weiterhin meine Freunde umarmen können, jemanden einen Kuss auf die Wange geben können, verrückt sein dürfen, schreien, lachen, tanzen dürfen, mit dem Hund Gassi gehen, in ein Museum oder schwimmen gehen - ohne, dass jemand zurückschreckt, die Straßenseite wechselt oder mit dem Finger auf mich zeigt.

Ich möchte einfach „ich sein“ – so unbeschwert, normal und frei, wie es meine Infektion zulässt. Und ich möchte, dass auch jeder mit mir so umgeht. Und zwar so unbeschwert, normal und frei, wie es ein Wissen um meine Infektion wahrscheinlich niemals zulassen würde.

Ich will „ich sein“. Wie bisher. Nicht mehr und nicht weniger, sondern einfach nur „ich sein“.

Dieser Text wurde von der AIDS Beratungsstelle Niederbayern zu Verfügung gestellt.