Anninas Fotos entstanden während meiner Berlinreise. Beim ersten Kontakt erzählte mir Annina von "Christoph Berlin", dem Hubschrauber des Unfallklinikums Berlin. Da hatte ich auch schon den Telefonhörer in der Hand und sprach mit dem Pressereferenten des UKB - Wir erhielten das Dach den Krankenhauses inklusive Helicopter "Christoph Berlin" als Shooting-Location. Mein ganzer Dank gilt Herrn Jeske vom UKB, der nicht nur Annina, sondern auch mir große Freude damit bereitet hat.

 

Annina

Ganz schön Krank

Colitis Ulcerosa

Die Colitis Ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms. Zur Entstehung stehen viele Faktoren, unter anderem Vererbung unter Verdacht. Die Krankheit ist sehr schmerzhaft und wird neben Schmerzmitteln auch mit Immunsuppressiva und Cortison behandelt. Die Symptome sind heftige Darmkrämpfe, blutige Durchfälle, Anämie (Blutarmut), Schwäche und starker Gewichtsverlust. Auch Rheuma, Gallen und Nierensteine, Osteoporose und Entzündungen der Haut, oder der Leber können zusätzlich auftreten.

Pankreatitis

Die Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wobei diese nicht mehr genug Enzyme zur Verdauung produzieren kann. Die Bauchspeicheldrüse weicht langsam auf und stellt ihre Funktion ein. Eine Pankreatitis ist sehr schmerzhaft und muss mit Nahrungskarenz und künstlicher Zufuhr von Enzymen zur Unterstützung der Verdauung behandelt werden. Bei mir wurde die Pankreatitis durch die vielen Medikamente hervorgerufen und konnte erfolgreich behandelt werden.

Stoma (künstlicher Darmausgang)

Das Enterostoma ist ein künstlicher Darmausgang, eine chirurgisch konstruierte Öffnung eines Darmteils durch die Bauchwand, die der Ausleitung der Ausscheidungen dient. Ein Enterostoma ist meist nach der Entfernung des Dickdarms nötig, mit einem Teil des Dünndarms, dem Ileum, wird ein Ileostoma gebildet. Bei einem solchen Dünndarmstoma trägt man einen Beutel, der am künstlichen Darmausgang befestigt wird. Hier fließt der verdaute Nahrungsbrei ab und wird mit einer Art Plastikbeutel, der am Stoma andockt, aufgefangen. 

Rückverlegung des Ileostoma - Pouchanlage

Um ein Ileostoma zurückverlegen zu können, muss man einen Pouch bilden. Bei der Pouchanlage wird aus ca. 50 cm Dünndarm ein künstlicher Enddarm erschaffen, damit der Darm, der durch die Bauchdecke führt, also das Stoma, zurückverlegt werden kann. D.h., dass das Stoma weg ist und die Ausscheidungen nicht in den Beutel, den man dann nicht mehr braucht, sondern “regulär” fließen.
Diese OP ging bei mir schief. Mein Pouch hatte eine offene Stelle, (Anastomoseninsuffizienz),die eine große vereiterte Abkapselung (perineale Wundhöhle) im Unterbauch verursachte. Die Höhle hatte die Form eines großen Hufeisens, das sich durch das gesamte Perineum zog. Deshalb musste der Pouch entfernt werden, was zur Folge hatte, dass das Stoma nie zurückverlegt werden kann. Dazu bekam ich Darmverschlüsse, deren Spektrum von Bauchkrämpfen bis Not-OP's reichte.
Eine übrigbleibende Wunde habe ich immer noch, sie wird jede dritte Woche im OP unter Narkose gespült und wenn nötig werden kleine OP’s daran durchgeführt. Diese Wunde heilt extrem langsam.

Schmerzsyndrom

Durch die vielen therapeutischen Eingriffe entwickelte ich chronische Schmerzen, die mit Opiaten wie Fentanyl und Morphin, aber auch mit einem Antiepileptikum behandelt werden.

 

Ich bin die OP-Tisch-Pilotin.


Ich nenne mich so, weil ich Hubschrauber toll finde und eine chronische Krankheit habe, die mich öfter auf den OP-Tisch “zwingt”.
Dazu habe ich ein großes Anliegen: In erster Linie möchte ich über diese kaum beachtete Krankheit berichten und ein bisschen darauf aufmerksam machen, bzw. einen Teil dazu beitragen, dass die Stoma- und Colitisthematik enttabuisiert wird.  Außerdem musste ich leider in meiner “Krankenkarriere” oft mitbekommen, wie wenig sich manche Ärzte in  junge, chronisch kranke Patienten hineinversetzen können. Deshalb will ich ein bisschen was aus meinem Leben mit meiner CU, meinem Stoma und den ganzen Op-Komplikationen, die nicht hätten sein müssen, erzählen. Gerade aufgrund meines recht “exotischen” Verlaufs und meinem extrem jungen Alters wurde ich oft missverstanden und falsch beurteilt… Außerdem möchte ich anderen chronisch Kranken Mut machen. Man kann trotz einiger Hindernisse vieles schaffen. Man darf bloß nicht den Willen und seine Lebensfreude verlieren!
Das bin ich: Ich bin 16 Jahre alt (jaja, schwieriges Alter. Ich weiß.) Ich bin fröhlich, sage gerne direkt meine Meinung und ich liebe Rockmusik.  Am besten laut, rockig und mit ordentlichen Gitarrenriffs! Ich liebe Nike Schuhe, zeichne gern und seit einigen Monaten lerne ich Percussion und Schlagzeug zu spielen. Ich mag meine Haare kurz und wuschelig, lange Haare sind klinikuntauglich und passen gar nicht zu mir. Ich bin chaotisch, unsportlich und grobmotorisch etwas ungeschickt – Eben eine Vollblutchaotin. Bei allem, was ich tue, bleibe ich realistisch, aber optimistisch. Ich bin eine realistische Optimistin. Was ich nicht mag? Spinnen! Und Gleichaltrige, die übertrieben reif sind, mit zu viel MakeUp im Gesicht.
Ich habe ein Faible für Hubschrauber, Mercedes Sprinter RTW’s mit Tigis und Oldtimer (besonders alte VWs)! Ich fotografiere sehr gern, am liebsten fliegende Objekte. Man erkennt mich daran, dass ich beginne zu rennen, wenn draußen ein Hubschrauber brummt – Wie ein Tiger mit Betäubungspfeil im Popo, stürze ich mich dann ans Fenster. Ich liebe es, im Hubschrauber mitzufliegen – Schneller Sinkflug macht besonders viel Spaß! Ich finde die Bell 412, EC 145, UH-1D und Lockheed L-188 toll. In einer Bell 412 zu fliegen – Das ist einer meiner größten Wünsche. Und ich will unbedingt mal nach Donauwörth zum Eurocopterwerk. Überhaupt: Ich will reisen! Nach New York, Kanada und China.
Später möchte ich Intensivmedizinerin werden. Ich interessiere mich generell für alles, was mit Medizin und Anatomie zu tun hat.
Ich bin keinesfalls ein typischer “Mainstream-Teenie” – Das weiß ich.
Ich finde mich gut, so wie ich bin. Mit all den Macken, Stärken und Schwächen!

 

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