Ariane

Ganz schön Krank

Spenderleber - Lebertransplantation

Die Diagnose zur Lebertransplantation stellt sich bei akut verlaufenden Lebererkrankungen, die zu einem raschen Funktionsausfall des Organs führen, man spricht vom "Leberversagen". Auf der anderen Seite stehen Patienten, bei denen eine schon länger bestehende Lebererkrankung ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, so dass eine weitere Therapie nur noch durch den Ersatz der erkrankten Leber durch eine Transplantation möglich ist. Bei einer Lebertransplantation gibt es ein sogenanntes „Split“-Leberverfahren, es basiert auf dem Gewebeaufbau der Spenderleber, die praktisch aus zwei Teilen besteht. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, ein Organ für zwei Empfänger zu verwenden. Im Allgemeinen wird der rechte Leberlappen des verstorbenen Spenders für einen erwachsenen Empfänger verwendet und der linke, kleinere Teil, für ein Kind. Dies ist chirurgisch möglich, da die Blutgefässe (Arterien und Venen) sowie der Gallengang sich vor dem Eintritt in die Leber aufteilen. Auf diese Weise lassen sich mit einem Organ zwei Patienten versorgen, und möglicherweise zwei Leben retten. Nach der Transplantation erfolgt eine immunsuppressive Therapie, damit der eigene Körper das Spenderorgan nicht abstoßt. 

Organspende rettet Leben...

Normalerweise rede ich nicht gern darüber, dass ich transplantiert bin. Das hat fast immer viele Fragen zur Folge: Zuviel Alkohol oder Drogen? - Hoffentlich sehe ich nicht so aus...
Ich  rauche nicht mal. Die Ursache meines akuten Leberversagens, (dass auch leider zu spät erkannt wurde, um noch das Schlimmste zu verhindern) ist leider ungeklärt. Am ehesten kommt Paracetamol o.ä. als Ursache in Frage. Also: Vorsicht bei länger andauernden Symptomen. Für mich kam das Alles gänzlich unvorbereitet. Ich lag schon im Krankenhaus und habe nur noch mit einem Ohr gehört wie ein Arzt sagte dass ich eine neue Leber bräuchte. Und ich dachte: „Na gut, das war’s dann...“ jeder kennt ja in etwa die Wartelistenzeiten für neue Organe. Danach fehlt mir jede Erinnerung bis zu dem Tag als ich wieder aufwachte und nur noch wusste dass ich irgendwo in irgendeinem Krankenhaus liege und eine nette Schwester mir sagte, dass meine Familie mich bald besucht, wie jeden Tag. Mir war nicht klar dass ich schon über eine Woche da war, ich künstlich ernährt wurde oder ich tatsächlich Glück gehabt eine Spenderleber in letzter Minute bekommen und überlebt hatte. Ich sah nur die schwarzen Vögel vor dem Fenster und die Kirchtürme. Mit den Wochen, die vergingen wurde alles klarer, dennoch war die Zeit auf der Intensivstation die Schwierigste in meinem Leben. Traum und Wirklichkeit waren praktisch nicht zu trennen. Es gab viele Komplikationen, viele Rückschläge und viel Sorgen. Und es dauerte vier Monate bis ich endlich wieder zuhause war.
Keiner, der es selbst nicht erlebt hat, kann verstehen wie es ist sich selbst nicht mehr allein im
Bett umdrehen oder nicht mehr sprechen zu können. Wer extreme Erfahrungen sucht sollte das mal ausprobieren und sich drei Tage pflegen lassen.
Zum Glück war ich schon immer der Meinung „Genieße den Augenblick, wer weiß wie lange er noch währt.“ Und habe nie viel vor mir hergeschoben. Und dennoch habe ich auch etwas gelernt. Egal wie dreckig es Dir geht, es gibt immer noch jemanden dem es schlechter geht. Es lohnt sich also immer eine helfende Hand auszustrecken. Und meine Lieben waren für mich da, immer.
Ich weiß das wirklich zu schätzen.