Babsi

Ganz schön Krank

Epilepsie

Es gibt eine Vielzahl von Begriffen in der Umgangssprache die beschreiben sollen, was "Epilepsie " ist: "Fallsucht", "Krämpfe" oder "Anfälle" sind einige Begriffe dafür. Das Wort Epilepsie selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet "von etwas befallen oder erfasst sein" oder auch "gepackt werden". Diese Beschreibung ist wohl auf den oftmals sehr eindrücklichen Verlauf eines "großen" epileptischen Anfalls zurückzuführen: Die Betroffenen schreien, fallen zu Boden, verlieren das Bewusstsein und bewegen unkontrolliert und unkoordiniert den gesamten Körper. Gelegentlich kann sich Schaum vor dem Mund  bilden. Beißen sich die Betroffenen durch die unkontrollierten Bewegungen auf die Zunge, kann dieser Schaum rot sein. Allgemeine medizinische Definitionen beschreiben epileptische Anfälle  als Störung des Gehirns, die durch eine kurz andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zustande kommt.

Du bist nicht allein.

Trotz meiner Epilepsie hab ich mich nie anders gefühlt als andere. Ich hatte schon immer viele Freunde, Spaß am Leben und eine positive Einstellung. Ich bin der Meinung das was man Ausstrahlt bekommt man auch zurück. Ganz egal ob man krank ist oder nicht. Wenn man jemanden ein Lächeln schenkt, bekommt man meist auch eines zurück. Oft ist es eine Überwindung ein Lächeln zu finden aber man bereut es nicht und es geht einem danach automatisch besser. Mit dieser Einstellung geh ich seit einiger Zeit durchs leben und ich glaube auch deswegen hab ich noch nie negative Reaktionen von Mitmenschen bezüglich meiner Epilepsie erleben müssen. Auch verheimliche ich meine Krankheit nicht, sondern gehe sehr offen damit um. Vor allem in der Arbeit bin ich so sehr gut gefahren. Niemand bekam Panik wenn ich einen Anfall während der Arbeit hatte, denn sie wussten bestens bescheid. Auch ich bin erleichtert nie etwas verstecken zu müssen.

Trotzdem bin ich froh dass die Anfälle hoffentlich der Vergangenheit angehören. Seit ich mich 2010 zu einer OP entschieden habe geht es mir so weit ganz gut und mit Tabletten hab ich nun alles im Griff. Das wichtigste für mich war es einen Autoführerschein zu bekommen! Dieser Traum war so stark das mir die Entscheidung zur OP überhaupt nicht schwer gefallen ist. Ich musste schließlich 8 lange Jahre warten bis die Ärzte sich entschieden haben mich zu operieren. Und nun ist es so weit ich hab ihn – den Autoführerschein! Endlich fühl ich mich unabhängig und kann tun und lassen was ich will! Ich muss keine Zeit mehr damit vergolden mir eine Mitfahrgelegenheit  zu organisieren. JUHU!!!
Trotzdem weis ich die Krankheit ist nicht ganz weg und ich muss wahrscheinlich ein leben lang Tabletten schlucken, aber das ist mir egal, solange es mir gut geht.

Kurz vor der OP hab ich bei der Selbsthilfegruppe Epilepsie in Landshut Rat gesucht. Sie haben mich beraten und motiviert das alles durchzustehen. Vor allem haben sie mir gezeigt dass ich nicht allein bin. Dies hat mir unwahrscheinlich geholfen. Inzwischen bin ich sogar Gruppenleiterin dieser Selbsthilfegruppe. Ich finde es sehr wichtig für andere in ähnlichen Situationen da zu sein und Sie zu unterstützen. Auch möchte ich Aufklärung in der Öffentlichkeit betreiben damit so manches Vorurteil gegen Epilepsie-Patienten aus dem Weg geräumt wird!