Clara

Ganz schön Krank

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Autoimmunerkrankung. Meist bricht diese Art von Diabetes nach einer bakteriellen Infektion aus. Kleine Antikörper im Körper versuchen, den Körper wieder gesund zu machen, indem sie die Bakterien töten wollen. Stattdessen töten die Antikörper allerdings die Beta- Zellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Beta- Zellen sind für die Insulinproduktion „zuständig“.

Diabetikern fehlt also das Insulin. Ohne Insulin sind Menschen nicht Lebensfähig. Wenn wir etwas essen wird der Zucker von der Nahrung ins Blut gebracht. Vom Blut aus muss der Zucker in die Muskelzelle. Das geht aber nur mit Insulin. Wenn Insulin fehlt, versucht der Körper, Zucker durch Urin auszuscheiden, erfolglos. Nach und nach trocknet der Körper aus, da er mehr Flüssigkeit ausscheidet, als aufgenommen werden kann. Es kommt zu einer Ketoazidose. Wenn kein Insulin gespritzt wird, wird es zum lebensbedrohlichen ketoazidotischen Koma kommen.
Bei häufigen Überzuckerungen kann es zu Folgeerkrankungen kommen; in Form von Erblinden oder einem diabetischen Fuß, bei dem die Durchblutung stark gestört ist.

 

Spritzen, Pumpe, Nadel - von Anfang an.

Bei den meisten Typ- 1- Diabetikern bricht der Diabetes im Kindes- oder  Jugend Alter aus, bei manchen auch erst, wenn sie Anfang zwanzig sind. Ich war zwei Jahre alt. Somit weiß ich nicht, wie es ist, etwas zu essen ohne sich vorher Gedanken über Kohlenhydrate und Blutzuckerwerte gemacht zu haben. Dadurch ist das Pieksen für mich schon immer etwas normales gewesen.
Viele (aber vor allem ältere) Menschen sagen immer: „Ach… das ist Zucker, du hast Zucker. Ja… da darfst du ja gar nichts süßes essen.“ Das ist falsch! Ich darf/ kann essen was immer ich will. Ich muss mich nur vorher pieksen und entsprechend Insulin spritzen. Ich lebe vegan und auch das hat keine Auswirkungen auf die Blutzuckerwerte. 

Ich kann mich vegan ernähren,
ich kann shoppen gehen,
kochen, tanzen, demonstrieren,
Holz aufsetzen oder lesen.

Was einem eben einfach immer so in den Sinn kommt. Mit dem Unterschied, dass ich auf meine Werte achten muss. Angst vor Folgeerkrankungen sind immer da. Doch solange ich sehen kann, ist das Leben noch voller Möglichkeiten, voller Perspektiven.