Heike

Ganz schön Krank

Morbus Crohn
Multiple Sklerose

Der Morbus Crohn gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Es handelt sich um eine chronische Entzündung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten kann. Bevorzugt befallen sind der untere Dünndarm und der Dickdarm seltener die Speiseröhre und der Mund.

Typische Symptome des Morbus Crohn sind Bauchschmerzen und Durchfall. Bei bis zu 50 Prozent der Morbus-Crohn-Patienten treten zudem anderweitig Symptome auf: Gelenkschmerzen, Hautveränderungen und Augenentzündungen sind sehr häufig.

Die Multiple Sklerose (MS) bezeichnet, ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems, deren Ursache trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt ist. Sie ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen und von erheblicher sozialmedizinischer Bedeutung.

Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden. Entgegen der landläufigen Meinung führt die Multiple Sklerose nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen.


Diagnose: Intoleranz.

Gemeinsam mit Menschen Zeit zu verbringen kann ein Geschenk sein. Momente des Zusammenseins, der Freundschaft und des Vertrauens.
Gemeinsam einer Leidenschaft nachzugehen ist etwas Besonderes.

Bei mir war es der Gesang.
Im Kirchenchor habe ich mich eigentlich wohl gefühlt. Eigentlich.
Als meine Symptomatik so heftig wurde, dass ich an einigen Unternehmungen nicht mehr teilnehmen konnte,
erlebte ich Unverständnis und Missgunst.

Diagnose: Intoleranz.
Das hat mich schwer getroffen.
Ich konnte mich nicht einmal erklären vor meinen Chormitgliedern.
Man sah mir nichts an, niemand sah meine Schmerzen.
Niemand sah meine Krankheits-Schübe.
Aber auch Erklärungsversuche blieben ungehört.
Niemand wollte die Gründe erfahren.
Niemand hat sich tatsächlich für mich interessiert.
Für die war ich eine Simulantin.
Eine, die Aufmerksamkeit möchte.
Eine, die immer eine Sonderbehandlung braucht.
Eine, die übertreibt und sich in den Mittelpunkt stellen will.

Damals wurde gesagt: „Glaubst du ihr etwa? Die ist doch niemals krank!“
Heute fahre ich fast täglich im Rollstuhl an ihren Häusern vorbei.


Wer kann, der kann

Beim Anblick meines Schuhregals kommt so mancher ins Grübeln:

Diese Schuhe gehören doch niemals dieser Frau! In diesen Schuhen kann doch niemand gehen!
Beim Anblick meines Schuhregals muss ich lächeln.
Ich stehe auf und gehe in meinen altmodischen, bequemen und eingelaufenen Tretern auf das Regal zu.
Welch eine Pracht.
Was ziehe ich heute an? Was darf es heute sein? Zehn Zentimeter? Oder doch nur acht?
Heute lieber Wildleder oder doch eher die Gemusterten?
Beim Anblick meines Schuhregals schlägt so manches Frauenherz höher:
Pumps, High-Heels, Stöckelschuhe.
Da stehe ich nun, in meinen alten Latschen und blicke ins Regal.
Ich lasse meine Hand an den Schuhen entlang gleiten, meine Finger streifen jedes Paar.
Ich blicke an mir herunter und betrachte meine Schuhe.
Ich habe mich entschieden: „Heute elegant.
Rote Pumps mit schwarzem Absatz und schwarzer Schuhspitze in Lack, sage ich mir.
Meine Hand greift nach den Lieblingsstücken.
Zehn Zentimeter.
Ich lächle.
Das wird ein langer Abend!
In meinen bequemen Schuhen gehe ich nun zurück und setze mich.
Die Verwandlung kann beginnen.
Zwar zieht mir kein Prinz die Schuhe an, dennoch fühle ich mich wie Cinderella.
Linker Fuß, rechter Fuß.
Passt, sitzt und hat Luft.
Die alten Schlappen lass‘ ich da.
Ich klappe die Fußbretter um, schalte den Rolli ein und ziehe los –
In meinem Rollstuhl.
Tja: Wer kann, der kann.

Mein Schuhregal steht übrigens in der Garage, bei Rolli und Scooter.

 

 

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