Katharina

Ganz schön Krank

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit  führt zu Schädigungen (Läsionen) und Narben (Sklerosen) in Gehirn und Rückenmark. Durch Entzündungsreaktionen kommt es zum Zerfall der die Nerven isolierenden Hüllschicht (Myelin), wodurch diese Nervenfasern keine Impulse mehr weiterleiten können.
Bei den meisten MS-Betroffenen verläuft die Erkrankung in Schüben. Die Dauer eines Schubes beträgt meist einige Tage bis wenige Wochen. Je nachdem, ob sich die aufgetretenen Symptome vollständig oder nur unvollständig zurückbilden, spricht man von einer kompletten oder inkompletten Remission.
Die häufigsten Symptome von Multiple Sklerose sind Erschöpfung (Fatigue), Koordinationsprobleme, Spastizität, Sehstörungen, Empfindungsstörungen, Sprachstörungen, kognitive Störungen, Depressionen, Blasen- und Mastdarmstörungen oder Schmerzen. Die Ausprägung ist sehr verschieden, nicht umsonst wird MS auch die "Krankheit der 1000 Gesichter" genannt. Die Störungen können gering sein, sodass die Betroffenen relativ lange ein fast normales Leben führen können. Es kann aber auch schon früh zu bleibenden Schäden und einer Behinderung kommen.

 

Fatigue-Syndrom

Die erhöhte Erschöpfbarkeit ("Fatigue") ist ein häufiges Symptom der MS und unterscheidet sich deutlich von der Müdigkeit, wie sie von gesunden Menschen angegeben wird und auch von den MS-Betroffenen selbst vor Ausbruch der Erkrankung erlebt wurde: Die Patienten geben eine zunehmende Schwäche und Mattigkeit an, die belastungsabhängig oder im Tagesverlauf stärker wird und beklagen einen Antriebs- und Energiemangel sowie ein dauerhaft vorhandenes Müdigkeitsgefühl, das sich sowohl auf die geistige als auch die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken kann.
Viele Patienten leiden täglich oder nahezu täglich unter diesem Symptom, das üblicherweise sechs Stunden und mehr am Tag vorhanden ist und gegen Abend stärker wird. Nicht selten wird dadurch sowohl die Lebensqualität als auch die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit so stark beeinträchtigt, dass eine vorzeitige Berentung nötig wird und die Betroffenen sich immer mehr von sozialen Aktivitäten zurückziehen. Da die medikamentöse Therapie der Fatigue in der Regel nicht sonderlich erfolgreich ist, stehen nicht-medikamentöse Massnahmen im Vordergrund der Behandlung. Von besonderer Bedeutung dabei ist es zunächst, die Fatigue als solche zu erkennen und die Patienten und deren Angehörige darüber aufzuklären, dass die erhöhte Ermüdbarkeit zu der Erkrankung "MS" dazugehört und eben nicht durch z. B. fehlende Willenskraft bedingt ist. Viele Patienten kommen gut damit zurecht, eine oder mehrere Ruhepausen am Tag einzulegen. Körperliches Training, vor allem mit Ausdauersportarten wie "Nordic Walking" oder auf dem Fahrradergometer, steigert die körperliche Belastbarkeit.

 

Psoriasis

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Typische Symptome sind entzündlich gerötete Hautgebiete mit silbrig-weißen Schuppen und starkem Juckreiz, aber auch Nägel und Gelenke können befallen sein. Erkrankte leiden oft unter den als ablehnend oder ausgrenzend empfundenen Reaktionen ihrer Mitmenschen auf die Hautveränderungen.  Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Als ursächlich gilt eine vererbte genetische Veranlagung. Auch wenn diese vorhanden ist, muss die Krankheit jedoch nicht immer zum Ausbruch kommen

 

Depressionen

Der Definition nach zeichnen sich Depressionen durch einen länger anhaltenden Zustand psychischer Niedergeschlagenheit aus. Zu den Symptomen gehören neben dem Gefühl der Traurigkeit unter anderem auch Ängste, Schlafstörungen, Ermüdungserscheinungen, innere Unruhe, Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, reduziertes Selbstbewusstsein, eine Neigung zum Nachdenken (Grübelneigung), Schuldgefühle oder körperliche Beschwerden (zum Beispiel Magenschmerzen).
Viele Betroffene verspüren außerdem ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Sinn-Leere, das sich bei starker Ausprägung auch in suizidalen Tendenzen äußern kann. Stark depressive Menschen empfinden ihr Leben dann nicht mehr als lebenswert, sehen im Tod die vermeintliche Erlösung.
Bei Depressionen treten immer Veränderungen in den Neurotransmittersystemen des Gehirns auf. Außerdem können hormonelle Veränderungen nachgewiesen werden.
Verbreitete Ursachen für Depressionen sind einschneidende Erlebnisse beziehungsweise eine grundlegende Veränderung der Lebenssituation. Hierzu kann der Verlust eines Partners zählen (Trennung, Tod) oder ein Schicksalsschlag, etwa das Erleiden einer schweren Krankheit. Auch länger anhaltende Belastungen können Auslöser für eine Depression sein. Beispiele hierfür wären etwa Konflikte in der Familie, dem Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz. Auch eine dauerhafte berufliche Über- oder Unterbelastung kann zur Depression führen. Trotz klarer Symptome ist der Grund für eine Depression nicht immer offensichtlich.

Das Leben: Vor- und Nachteile.

Wie alles hat auch das Leben mit einer chronischen Krankheit seine Vor- und Nachteile.
Im April 2007 wurde bei mir MS diagnostiziert, mittlerweile ist einiges an verschiedenen Einschränkungen hinzugekommen und ich konnte dadurch meine Ausbildung und auch ein Studium nicht abschließen. Am stärksten belastet mich aber die Fatigue, durch sie bin ich auch wegen voller Erwerbsunfähigkeit berentet. Ich bin noch auf keine Gehhilfe angewiesen, man sieht mir meine Krankheit also nicht von außen an.
Ich versuche mich immer auf die positiven Seiten zu konzentrieren. So habe ich mich aufgrund eines Urlaubssemesters zur Anschaffung meiner Hündin entschlossen und kann durch die Berentung viel Zeit mit ihr verbringen, sie heitert mich mit ihrer Lebensfreude und lustigen Art immer auf! Ich habe gelernt besser auf meinen Körper zu hören und zu achten und kann die kleinen Dinge im Leben besser wertschätzen. Mit verschiedenen Maßnahmen komme ich mittlerweile ganz gut durch meinen Alltag. So hat mir z.B. die Anschaffung eines Automatikwagens mit Klimaautomatik viel Erleichterung gebracht, ebenso wie geplante Ruhpausen am Mittag, in denen ich zur Not auch schlafen kann.
In den letzten Jahren musste ich meine Lebensplanung überdenken, so ich bin zu der Einsicht gekommen, dass man mehr im „Hier und Jetzt“ leben sollte. Wünsche nicht auf einen späteren Lebensabschnitt zu vertrösten, sondern nach Möglichkeit sofort umzusetzen.
Auch möchte ich nicht hinnehmen, dass mit der Berentung wegen Erwerbsunfähigkeit mein berufliches Leben quasi abgeschlossen ist. Also nutze ich mein handwerkliches Geschick und meinen Spaß am Designen und Schaffen und versuche mich im Moment in einem Kleingewerbe für selbstgestaltete Artikel für Menschen und ihre Tiere zu verwirklichen. Nicht nur, dass es sehr schön ist zu sehen, was meine Hände hervorbringen, auch die Freude über das kreierte Halsband oder Kissen beim Kunden bereitet mir viel Glück. Ich habe also über die MS eine Tätigkeit gefunden, die mich ausfüllt und glücklich macht und meinen Hund an meiner Seite, das sind definitiv zwei große Gewinne!
Von meinen Mitmenschen wünsche ich mir mehr Toleranz und Akzeptanz. Durch die teils unsichtbaren Symptome, wie die Fatigue und immer mal wieder Tage, an denen es einem zum Glück besser geht, urteilen die Menschen aus Unwissenheit oft vorschnell falsch und glauben dann, dass es der Person gar nicht so schlecht ginge. Jedoch kann doch nur jeder für sich selbst beurteilen, was er sich in der jeweiligen Situation zutrauen und schaffen kann.

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