Kerstin

Ganz schön Krank

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) : wörtlich übersetzt: mehrere Vernarbungen
die häufigste Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) ist eine unheilbare chronisch- entzündliche-Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das körpereigene Abwehrsystem gegen sich selbst agiert und dabei Nervenzellen zerstört.
Die Krankheit  führt zu Schädigungen und Narben (Sklerosen) in Gehirn und Rückenmark. Durch Entzündungsreaktionen kommt es zum Zerfall der die Nerven isolierenden Hüllschicht (Myelin), wodurch diese Nervenfasern keine Impulse mehr weiterleiten können.
Trotz intensiver Forschung ist es bisher nicht gelungen, die genaue Ursache von MS zu bestimmen. Verlauf und Ausprägung sind von Patient zu Patient unterschiedlich, man nennt MS auch die "Krankheit mit 1000 Gesichtern". Die häufigsten Symptome von Multiple Sklerose sind Erschöpfung (Fatigue), Koordinationsprobleme, Spastiken (Verkrampfungen), Sehstörungen, Empfindungsstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen, kognitive Störungen, Depressionen, Blasen- und Darmstörungen oder Schmerzen. Meist hat sie einen schubförmigen Verlauf, seltener ist von Anfang an sich verschlechternder Verlauf. Die Störungen können gering sein, sodass die Betroffenen relativ lange ein fast normales Leben führen können. Es kann aber auch schon früh zu bleibenden Schäden mit raschem Gehverlust bis hin zu schwersten Behinderungen kommen. Weltweit gibt es 2,5 Millionen Menschen, die an MS erkrankt sind.

 

Myotone Dystrophie Typ 2

Die DM2 ist eine erst seit 20 Jahren bekannte chronisch fortschreitende Multisystem-Erkrankung des mittleren und höheren Lebensalters. Die ursächliche Veränderung (Mutation) liegt auf dem menschlichen Chromosom 3, somit handelt es sich um eine vererbbare Erkrankung. Vereinfacht gesagt: Muskelschwund.

Bei der moytonen Dystrophie Typ 2 kommt es nach einer Muskelanspannung zur einer verzögerten Entspannung.
Die fortschreitende Muskelschwäche ist überwiegend stammnah, d.h. in Mitleidenschaft gezogen sind Kopfbeuger (Nackenmuskeln) und der Beckengürtel, was sich besonders beim Treppensteigen und beim Aufstehen vom Stuhl oder Boden bemerkbar macht. Bei vielen Patienten sind dumpf ziehende Muskelschmerzen zumeist in der Lendenwirbelsäule, den Oberarmen und der Oberschenkelmuskulatur ein Leitsymptom.
Da die gesamte Muskulatur betroffen ist gehören grauer Star, Erkrankung des Herzmuskels, der Atmungsorgane, des Magens, Schilddrüsenfunktionsstörungen, ein Diabetes mellitus, eine Leberenzymerhöhung, eine Erhöhung der Fettwerte, Fertilitätsstörungen (Fruchtbarkeitsstörungen) auch zu dieser Erkrankung., so dass von einer Multisystem-Erkrankung (Beteiligung mehrerer Organsysteme) gesprochen wird.

 

Vorwärts leben

Das bin ich: meine Geschichte hört sich an wie so manch andere: nach jahrelangem Scheidungsterror ging auf einmal gar nichts mehr, mein Körper streikte. Dann kam die 2-fach-Diagnose und damit änderte sich buchstäblich von heute auf morgen alles: Ich bekam einen Rollstuhl, wurde nach der Reha und ein paar Monaten Krankschreibung berentet (technischer Einkäufer im Stahlhandel, da ich meinen ursprünglichen Beruf Stewardess für die Familie aufgegeben hatte) sowie mit 90 % Schwerbehinderung eingestuft. So ganz nebenbei teilte man mir mit, dass ich auf Dauer weder meine 4 Kinder allein versorgen, noch in einem Haus über mehrere Etagen wohnen könne.
Am Schwersten fiel es mir, die Kinder zu meinem Ex-Mann zu geben, und dann reflektierte ich erst einmal fast ein Jahr im sonnigen Spanien, was aus mir werden sollte. Diese Zeit, mein unerschütterlicher Optimismus sowie die Unterstützung meiner Familie haben mich ein neues, ruhigeres Leben aufbauen lassen, welches durchaus von der Krankheit bestimmt wird, da ich immer wieder sehr lange Ruhepausen einlegen muss, um meinen „Akku aufzuladen“.
Trotzdem liebe ich mein Leben und hoffe, dass viele Menschen aus meiner Geschichte den Mut finden, ihrem Schicksal entgegenzutreten statt mutlos aufzugeben. Denn Eines ist mir auf meiner Odyssee klargeworden: „Glück kann man vielleicht rückwärts analysieren – leben kann man es aber nur vorwärts!“ (Friedrich Hölderlin, Dichter)
Für das Projekt „ganz schön krank“ wünsche ich mir, die Gesellschaft zu sensibilisieren für ein Leben mit Handicap.