Melanie

Ganz schön Krank

Muskeldystrophie

Bei einer Muskeldystrophie (umgangssprachlich „Muskelschwund“) handelt es sich um eine, durch einen genetischen Defekt entstandene Krankheit, bei der es mit fortschreitendem Verlauf zu einer deutlichen Muskelschwäche kommt. Nerven, Organe und kognitive Fähigkeiten sind nicht betroffen.

Unter den Dystrophien gibt es unzählige, verschieden gut erforschte Formen. Sie unterscheiden sich stark hinsichtlich Vererbung, Ausbruch, Verlauf und Schweregrad des Muskelschwundes und können u. U. zum Tod führen. Die Krankheitssymptome können sowohl im Kindes- als auch im späten Erwachsenenalter erstmalig auftreten.

Bis dato ist es der Forschung noch nicht gelungen, ein Heilmittel zu finden.


Besonders

„Ich bin Melanie, 25 Jahre jung und muskelkrank. Ausstrahlung, Stärke und Schönheit haben nichts mit einem perfekten Körper zu tun - das möchte ich "all denen da draußen" zeigen! Man ist nicht behindert, man wird es. Mein Handicap begleitet mich bereits mein Leben lang - mein Rolli ist vom verhassten Feind zum liebsten Kumpel geworden. Mein Job, meine Familie und meine Freunde erden mich und geben mir Kraft, um auch unüberwindbar wirkende Hürden zu meistern. Mir hat es richtig Spaß gemacht, vor der Kamera zu stehen und zu zeigen, dass auch ich besonders bin.“     

Meine Gliedergürteldystrophie fällt unter den Typ 2 i. Erste Symptome zeigten sich schon in meiner frühen Kindheit. Eine Diagnose konnte aber erst im Kindergartenalter gestellt werden. Zunächst trat eine Schwäche der Hüft- und Oberschenkelmuskeln auf, später folgte die Schulter- und Oberarmmuskulatur.

Meinen ersten Rollstuhl bekam ich mit ca. 10 Jahren, weil meine Gehfähigkeit stark nachgelassen hatte. Regelmäßige Physiotherapie und Rehamaßnahmen sollen den Muskelabbau verzögern. Mit 16 Jahren stellte sich heraus, dass auch mein Herz von der Muskelkrankheit betroffen ist. Seitdem nehme ich Herzmedikamente und muss mehrmals im Jahr zu Kontrolluntersuchungen.

Der weitere Verlauf lässt sich medizinisch nicht vorhersagen, da meine Erkrankung äußerst selten ist. So lebe ich frei nach meinem Lieblingszitat „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“ von Johann Wolfgang von Goethe.