Melli

Ganz schön Krank

Multiple Sklerose

MS ist eine chronische Erkrankung die das Gehirn, Rückenmark und die Sehnerven betreffen kann. Es kommt an verschiedenen Stellen  zu entzündlichen Veränderungen, die narbig abheilen und entsprechende Funktionsstörungen hinterlassen. Es gibt keinen einheitlichen Verlauf, MS ist nicht heilbar. Wer sie hat, hat sie für immer, aber er muss nicht für immer erkennbare Symptome haben. Die genaue Ursache ist trotz umfangreicher weltweiter Forschungsbemühungen nach wie vor unbekannt. 

Die Krankheit der 1000 Gesichter
Diese Bezeichnung wird für die multiple Sklerose verwendet, da der Krankheitsverlauf, die Symptomatik bei jedem Menschen anders ist.
Circa 130 000 Menschen leben in Deutschland mit der Erkrankung, weltweit sind es 2,5 Millionen. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung beginnt oft  im jungen Erwachsenenalter, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und dem 45. Lebensjahr. Vor der Pubertät und nach dem 60. Lebensjahr tritt die Erkrankung sehr selten auf, kommt jedoch auch in diesen Altersgruppen vor.


Ich lasse mich nicht unterkriegen.

Es begann vor 4 Jahren, ich war mitten in meinen Abschlussprüfungen als ich zuhause feststellte, dass meine Füße Taub waren. Ich dachte mir nichts dabei, bis sich ein paar Tage später das Taubheitsgefühl bis zum Bauch ausbreitete. Auch das Gehen fiel mir immer schwerer, ich hatte das Gefühl als würde ich elektrische Schläge ins Genick bekommen. Mein Hausarzt überwies mich sofort ins Krankenhaus. An der Abschlussprüfung meiner Ausbildung konnte ich natürlich nicht mehr teilnehmen. Nach drei Wochen im Krankenhaus mit etlichen Untersuchungen wie MRT, EEG oder Lumbalpunktion stand es dann fest: Ich habe multiple Sklerose. Mir wurde erklärt, dass es am Zentralennervensystem zu entzündlichen  Veränderungen kommt die narbig abheilen, dadurch kann eine Funktionsstörung hervorgerufen werden wie Taubheitsgefühle und Probleme beim Gehen. Die folgenden 4 Wochen verbrachte ich in der Reha, wo ich lernte mit meinen zukünftigen Medikamenten umzugehen, das heißt wie ich mich richtig Spritze und wie ich allgemein besser mit der Krankheit umgehen kann. Ein halbes Jahr später holte ich meine verpasste Abschlussprüfung erfolgreich nach.
Ich lasse mich von dieser Krankheit mit den 1000 Gesichtern nicht unterkriegen. Es ist schon merkwürdig wenn man nicht weiß was beim nächsten „Schub“ kommt. Aber ich habe gelernt damit zu leben, meine Familie und Freunde stehen hinter mir und geben mir Kraft dies alles zu meistern. Ich lasse mich nicht unterkriegen.