Monika

Ganz schön Krank

Diabetes Mellitus Typ I
Schilddrüsenunterfunktion (Immunhypothyreose vom Hashimoto Typ)
Hirntumor (Niedriggradiger glioneuronaler Tumor WHO Grad I)

 

Diabetes Mellitus Typ I

Bei der im Volksmund bekannten Zuckerkrankheit handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit. Die Ursache vom Typ I Diabetes  ist meist ein Zusammenwirken von erblicher Veranlagung, äußeren Faktoren wie z. B. bestimmte Virusinfektionen und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Die körpereigenen Immunzellen (T-Lymphozyten) richten sich gegen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Betazellen) und zerstören diese. Man spricht dabei von einem immunvermittelten Diabetes Typ 1 a (Autoimmunerkrankung). Ist die Ursache unbekannt handelt es sich um den Typ 1b (idiopathisch). Der dadurch entstehende Mangel, meist aber der komplette Wegfall des körpereigenen Insulins, muss dann in einem Zusammenspiel von Blutzuckermessungen und Insulininjektionen von außen zugeführt und den Bedürfnissen angepasst werden. Bislang ist Diabetes Typ I nicht heilbar und erfordert eine lebenslange Insulintherapie.

Schilddrüsenunterfunktion

Die Immunhypothyreose vom Hashimoto-Typ ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Das Immunsystem zerstört das Schilddrüsengewebe durch T-Lymphozyten.  Ebenso bildet der Körper Antikörper gegen schilddrüsenspezifische Antigene. Die Krankheit ist bisher nicht heilbar, kann aber mit täglicher Einnahme von Thyroxin gut behandelt werden und hat bewirkt keine verminderte Lebenserwartung.

Niedriggradiger glioneuronaler Tumor

Bei meinem Tumor handelt es sich um einen ungewöhnlichen, neuroepithelialen (Stammzellen des Nervensystems) Tumor. Eine genaue Klassifikation ist leider bisher nicht möglich, die eheste Gemeinsamkeit ergab sich aber mit Tumoren die in die WHO-Grad I eingeordnet werden. Dabei handelt es sich um gutartige, langsam wachsende Tumore mit sehr guter Prognose. Der Tumor konnte operativ entfernt werden und bisher war keine weitere Behandlung notwendig.


Weg mit den Vorurteilen

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern als ich die Diagnose Diabetes von meiner Hausärztin bekam. Wir kamen von der Arztpraxis nach Hause, saßen am Mittagstisch und mein geliebter Opa sagte: „Ich hab’s dir immer gesagt, du isst zu viel Schokolade“. Dass ich 16 Jahre alt war und weit weg von Übergewicht oder einer ungesunden Ernährung wusste er zwar, dennoch war ihm meine Form des Diabetes nicht klar. Wie auch, er kannte ja nur den Diabetes Typ II  meiner Großmutter.
Seither sind einige Jahre vergangen, doch die Vorurteile und falschen Eindrücke vieler Menschen sind geblieben.
Zum Diabetes Typ I kamen noch eine Schilddrüsenunterfunktion und ein gutartiger Hirntumor.
Viele zu viele denken über sogenannte Volkskrankheiten Bescheid zu wissen, doch was es wirklich heißt, wissen die meisten leider nicht.
Bei Zuckerkranken stellt man sich übergewichtige, alte Menschen vor.
Bei Tumoren denkt man automatisch an Chemotherapie, Haarausfall, blasse und krank aussehende Patienten.
In den Jahren seit meiner ersten Diagnose bin ich Vorurteilen, Irrglauben und Unwissenheit begegnet.
Ich bin Teilnehmerin an diesem Projekt um diese Vorurteile endlich ein bisschen aus der Welt zu schaffen und um allen zu zeigen, dass man mit meinen Diagnosen auch nicht krank aussehen muss.