Petra

Ganz schön Krank

Brustkrebs

…auch Mammakarzinom genannt (Mamma = Brustdrüse): Betrifft sowohl Frauen als auch Männer.

Die meisten Diagnosen sind Zufallsbefunde, wobei viele Diagnosen auch bei
Vorsorgeuntersuchungen, sogenannten Screenings, gestellt werden. Die Therapie wird für jeden
Patienten individuell festgelegt und kann sowohl Strahlentherapien, Hormontherapien als auch
Chemo- oder Medikamententherapien beinhalten.

Neben der Heilung sind der Erhalt der betreffenden Brust und vor allem der Lebensqualität ein
erklärtes Ziel.

Ich lege jeder Frau ans Herz, die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und eine zweite Meinung einzufordern. Geht zu den Screenings – Lasst euch untersuchen.

Blasenkrebs

Auslöser der Tumorerkrankung ist oft, so wie auch bei mir, eine chronische Entzündung der Blase.
Eine lokale Chemotherapie oder die Entfernung der Harnblase sind mögliche Behandlungswege. Die
Chancen gesund zu werden sind gut, nur bei schon vorhandener Metastasierung sind die Aussichten
schlechter.

Meine Geschichte begann 2002 – Diagnose: Brustkrebs. Ein 9 cm großer Knoten wurde in meiner
linken Brust entdeckt. Damals habe ich innerhalb von drei Tagen drei Operationen überstanden.

Auch die Option einer Brustamputation stand im Raum. Für mich kam das einer Verstümmelung
gleich – Nicht mit mir! Einige Tage nach meinem Operationsmarathon ließ ich meinen großen
Latissimus als Brustmuskelersatz transplantieren.

Damals fing ich an zu kämpfen. Für mich hieß es nicht nur drei Operationen zu überstehen. Die
Operationen haben Spuren hinterlassen, eine lange Narbe von der Wirbelsäule bis zur Brustwarze
ziert meinen Körper. Damals war ich außer mir vor Wut, weshalb ich den Arzt auch verklagt habe und
Recht bekam. Dies trug auch zum Heilungsprozess in meiner Seele bei.

Doch es sollte schlimmer kommen. 2010 dann der Rückfall mit Amputation der Brustwarze: Ein
Schock - wobei ich mich auch diesmal zur Rekonstruktion der Brust entschlossen habe.

Die Diagnose „Blasenkrebs“ erhielt ich im Januar 2012.

Und immer standen mir meine besten und liebsten Freunde zur Seite, welche ich in meinem Leben
nicht mehr missen möchte. Sie waren da, ohne große Worte. Und wenn sie nur einkaufen gegangen
sind, oder meine Hand gehalten haben. Sie waren da, mit großen Worten. Sie haben mich bestätigt,
in langen Gesprächen und Diskussionen, das Für und Wider abzuwägen. Sie haben Dinge hinterfragt

und mich so mit dem Heilungsprozess auseinandersetzen lassen.

Meine Liebsten geben mir das Gefühl, wertvoll zu sein, wenn ich mal wieder am Boden liege
und weinen möchte. Ich wollte immer stark sein, doch ich habe auch gemerkt, dass dies sehr
anstrengend sein kann. Ich habe begonnen, es zuzulassen: Schwäche zeigen. Ich bin nun in dem
Lernprozess, „nein“ sagen zu können - und ich muss sagen, es geht mir gut damit.

Mein Motto seit einer sensationellen Reha in St. Peter-Ording:


Sterne funkeln sehen...

Ich bin ich.

…und ich drehe meinen Kopf nach oben, damit ich die Sterne funkeln sehen kann.

Ich bin wertvoll für mich und für andere.

Ich weiß, dass ich mich auf meinen Mann und meine Freunde zu hundert Prozent verlassen kann.

Aber ich weiß auch, dass man wahre Freundschaft nur im Leid erkennt.

Doch dafür bin ich dankbar – von ganzem Herzen.

Ich bin dankbar für jedes liebe Wort meiner Lieben und für ihr bloßes Dasein.

Ich darf so sein wie ich bin und sie lieben mich so wie ich bin.

Mir ist wichtig geworden, zu kämpfen. Zu zeigen, das wir wertvoll sind.

Wenn ich den Kopf immer nach unten stecke, kann ich das Wertvolle nicht erkennen, was um mich
herum ist - und wenn es nur ein Schmetterling ist, der auf einer Blume sitzt.

Es ist eine Dankbarkeit, die ich gerne teilen möchte.

Also: Lass uns die Köpfe heben, um die Sterne funkeln zu sehen.

Es gibt auch ein Leben mit der Diagnose Blasenkrebs.

Es mag sein, dass es an der guten Prognose liegt, aber es mag vielleicht auch daran liegen, dass ich
meinen Kopf nicht von den Sternen abwende – Ich werde nicht aufgeben.

Mein Blick ist dem Himmel zugewandt.

Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Ich bin nicht „die Kranke“. Ich bin nicht „die
Frau, die Krebs hat“. Ich bin ich.

Und ich möchte mein Leben genießen – mit allem Guten. Mit allem Schlechten.

Denn wenn ich aufgebe, habe ich schon verloren.