Ramona & Sabrina

Ganz schön Krank

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten, das in vielen Getreidesorten vorkommende Klebereiweiß. Die Unverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen, sie ist zum Teil erblich und kann derzeit nicht ursächlich behandelt werden.

Durch glutenhaltige Nahrungsmittel entsteht eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut mit oft ausgedehnter Zerstörung der Darmepithelzellen. Dadurch können Nährstoffe nur schlecht aufgenommen werden und verbleiben unverdaut im Darm.

Die Symptome und die Schwere des Krankheitsbildes können sehr unterschiedlich sein, was das Erkennen erschwert. Mögliche Symptome sind Gewichtsverlust,Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und im Kindesalter nicht zuletzt eine Gedeihstörung.

Eine nicht therapierte Zöliakie erhöht die Gefahr des Non-Hodgkin-Lymphoms(ein Lymphknoten-Krebs) sowie wahrscheinlich auch für Karzinome des Verdauungstrakts, insbesondere einem Dünndarmlymphom. Zöliakie geht bei fünf bis zehn Prozent der Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 1 einher. Die Behandlung der Zöliakie besteht derzeit ausschließlich in einer glutenfreien Diät.


Abgespeist.

Einfach mal so Pizza essen gehen, spontan einen „Mäci“ besuchen oder im Urlaub in die Ferne schweifen, all das sind Dinge die ​für uns nicht möglich sind. Seit Beginn der glutenfreien Diät haben wir mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen, nicht nur gesundheitlich in Form von Verdauungsproblemen, sondern auch mit der Akzeptanz der Krankheit in der Gesellschaft. So zum Beispiel sitzt die Antwort eines Gastronomen auf die Frage welche Gerichte auf der Speisekarte stehen und wie diese zubereitet werden, noch immer fest im Gedächtnis. Dieser meinte, dass er kein Sanatorium sei.

Ungerecht ist ebenfalls die Tatsache, dass die glutenfreien Produkte teilweise nur schwer erhältlich sind oder ein Vielfaches von „normalen“ Produkten kosten. Schließlich ist Zöliakie eine Autoimmunerkrankung der man nur durch die lebenslange, strenge Einhaltung einer Diät trotzen kann. Die Unverständlich jedoch ist, dass weder von Seiten der Krankenkassen noch von Seiten des Staates die sehr teuren glutenfreien Produkte finanzielle Unterstützung finden. Kostet doch ein Kilo Mehl im Durchschnitt 6 Euro. Lebt man in einer ländlichen Region ist man teilweise gezwungen, die Produkte via Paketdienst bei speziellen Firmen zu bestellen, denn nicht alle Geschäfte haben die speziellen Produkte im Sortiment.

Sozialhilfeempfänger mit der diagnostizierten Krankheit wird allerdings ein Mehrbedarf von 20 % erhalten. Arbeitende gehen leer aus. Ist das gerecht?

 

 

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