Sebastian

Ganz schön Krank

Cerebralparese

Eine Cerebralparese ist eine vor, während oder nach der Geburt entstandene Gehirnstörung, die den Bewegungsapparat und die Sensomotorik negativ beeinflusst. Sie ist eine bleibende, aber nicht unveränderliche Störung der Haltung und Beweglichkeit des Körpers. Ursachen können sein: Vorgeburtliche Erkrankungen, Sauerstoffmangel während der Geburt, Gehirnblutungen, Infektionen, Tumore und Verletzungen des Zentralennervensystems. Besonders gefährdet sind Frühgeborene, vor allem extrem unreife Kinder (Geburtsgewicht weniger als 1000 g, Schwangerschaftsdauer unter 28 Wochen). Auf 1000 Lebendgeburten kommen ca. 1 - 3 Betroffene. 50% der Erkrankten sind ehemalige Frühgeborene!

Durch ein gestörtes Zusammenspiel der Muskeln kommt es zu Bewegungsstörungen. Diese sind abhängig vom Ort der Schädigung. Je nach „Ort“ kommt es zu Spastik (erhöhte Eigenspannung), überschießende Bewegungen (Athetosen), Hypotonie (zu wenig Eigenspannung) oder Gleichgewichtsstörungen. Es können sich Fehlstellungen wie Skoliose oder Spitzfuß entwickeln, bis hin zu knöchernen Veränderungen und dauerhaften Schmerzen.

 

Gern am Leben.

Im November 1992 bin ich als Frühgeborenes der 32. Schwangerschaftswoche mit einem Gewicht von 1500 g und 41cm Länge per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen. Eine genaue Ursache dafür ist bis heute nicht gefunden worden. Anschließend habe ich meine ersten 2 Lebensmonate auf der Intensivstation der Kinderklinik Landshut verbracht. Meinen Eltern ist im Laufe der Zeit aufgefallen, dass ich meinen linken Arm weniger benutze und allgemein meine linke Körperhälfte schlaffer war. Alleine Laufen habe ich erst mit 1 ½ Jahren können. Meine linksseitige Hemispastik habe ich durch langjährige regelmäßige Krankengymnastik und der großen Geduld meiner Therapeutin und meiner Eltern in den Griff bekommen. Es ist mir gelungen, Dinge die für andere Kinder normal und einfach waren, zu lernen, auch wenn ich dafür manchmal etwas mehr Zeit gebraucht habe. Um eine Operation an der Achillessehne zu vermeiden, musste ich ca. 6 Jahre lang anfangs tagsüber und nachts, später nur nachts eine Unterschenkelorthese (Schiene) tragen. Mit dieser konnte ich den linken Fuß nicht in die Spitzfußstellung bringen.
Auch wenn ich heute immer wieder mit meinem Handicap zu kämpfen habe (in Stresssituationen, wie z. B. Prüfungen verkrampft meine Muskulatur etc.) so bin ich ein selbstbewusster und fröhlicher Mensch.

Trotz meiner Schwächen bin ich gern am Leben und habe gelernt, meine Stärken richtig einzusetzen!