Susanne

Ganz schön Krank

Die postpartale Kardiomypathie

Die peri- oder postpartale Kardiomyopathie(PPCM) ist eine schwere Erkrankung mit unklaren Ursachen. Sie beginnt mit einer plötzlich einsetzenden Schwäche des Herzens, einer Herzinsuffizienz innerhalb der letzten Schwangerschaftswochen bis 6 Monate nach der Geburt. Die PPCM entspricht in ihrem klinischen Erscheinungsbild einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels, die „dilatative Kardiomyopathie“ und kurz „DCM“ genannt wird. Sie untererscheidet sich aber von anderen DCM- Formen, indem sie sehr schnell voran schreitet. Binnen weniger Tage kann aus einer gesunden Frau und junger Mutter eine Patientin für eine Herztransplantation werden. Circa 80 % der symptomatischen Patientinnen erholen sich. Bei weniger als 30 % der Fälle tritt eine komplette Heilung mit Normalisierung der Funktion und der Herzkammergröße ein. Erste klinische Symptome sind häufig Atemnot (Dyspnoe), Husten, Beinödeme und allgemeine Abgeschlagenheit. Auch  ist das Risiko für Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod bei Patientinnen mit PPCM erhöht. Die Häufigkeit der Krankheit liegt in Europa bei 1:3500 bis 1:4000 Schwangerschaften.

Herztransplantation

Allgemein wird mit Herztransplantation die Organverpflanzung zwischen Menschen bezeichnet. Dabei wird das noch biologisch aktive Herz eines für tot erklärten Organspenders einem Empfänger eingepflanzt. Die Feststellung des Hirntods wird von einem Ärztegremium getroffen, welches unabhängig vom transplantierenden Ärzteteam diese Diagnose stellt. Das Herz des Empfängers kann entweder entfernt (orthotopes Verfahren) oder im Körper belassen werden, um das Spenderherz zu unterstützen (heterotopes Verfahren).

Immunsuppression

Das Spenderorgan wird vom eigenen Körper als fremd angesehen, sodass das eigene Immunsystem den „Eindringling“ loswerden will: Es kommt zu einer Abstoßungsreaktion. Da eine Abstoßungsreaktion des Spenderorgans in jedem Falle unterdrückt werden muss, ist die
Notwendigkeit einer Immunsuppression lebenslang gegeben. Hierzu ist die Beobachtung der Immunreaktion von entscheidender Bedeutung, so dient zum Beispiel die Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) als maßgebliche Beurteilungsmethode. Im Langzeitverlauf wird als immunsuppressive Therapie meist eine Kombination von Steroiden, Azathioprin und Cyclosporin A, gegebenenfalls zusätzlich initial von lytischen Antikörpern gegen T-Lymphozyten, eingesetzt.

Risiken

Eine Herztransplantation ist ein tiefgreifender und mit erheblichen Risiken behafteter Eingriff. In jedem Fall muss dessen Nutzen genau abgewogen werden. Bei einer
deutschlandweiten Studie wurde festgestellt, dass die Transplantation nur für Patienten mit hohem Risiko statistisch von Vorteil war. Die notwendige  Immunsuppressive Therapie birgt das Risiko von Entzündungen, weil das Immunsystem hierbei stark beeinträchtigt wird.

Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher (HSM) oder Pacemaker (PM) (englisch „Schrittmacher“) ist ein in der Medizin verwendetes Gerät. Es dient der Behandlung von Patienten mit zu langsamen Herzschlägen (Bradykardie). Das Gerät stimuliert regelmäßig den Herzmuskel mit Hilfe von elektrischen Impulsen und regt diesen so zur Anspannung (Kontraktion) an.

 

Eine zweite Chance.

Ich war 31 Jahre alt, Mutter von zwei Mädchen im Alter von etwa 2,5 Jahren und 3 Wochen, als ich krank wurde. Abgeschlagenheit, keine Kraft den Alltag zu bewältigen. Ich ging zum Arzt - ohne mir ernsthaft Sorgen zu machen…
…und kam erst nach 14 Wochen wieder nach Hause. In den ersten Wochen im Krankenhaus versuchten die Ärzte alles, dass sich mein Herz erholen würde. Doch das war nicht der Fall. Ich wurde in eine Transplantationsklinik überwiesen, um sofort gelistet zu werden für eine Herztransplantation.
Meine Welt blieb stehen und brach in sich zusammen. Wie sollte ich das alles bewältigen? Was wird aus meiner Familie? Was wird aus mir?
Doch meine Familie gab mir die Kraft zu kämpfen. Ich musste nur 5 Wochen auf mein Herz warten (die meisten müssen bis zu 12 Monate in der Klinik auf ein Herz warten). Nach 16 Tagen nach der OP ging ich nach Hause.

Ich dachte, ich hätte es  geschafft. Doch ich irrte mich.
Die vielen Tabletten, die ich einnehmen musste, hatten sehr viele Nebenwirkungen.
Ich sah in den Spiegel und erkannte mich nicht mehr. Das viele Cortison schwemmte mich auf, die Immunsuppressiva bescherten mir enormen Haarwuchs. Aber vorallem die Infektanfälligkeit war im ersten Jahr sehr hoch.
Sich selbst zu akzeptieren und das neue Herz als sein eigenes anzunehmen war ein sehr langer Weg. Ich genieße mein neues, mein zweites Leben jetzt sehr viel bewusster und schaue auch auf mich und meinen Körper. Ich bin jetzt gelassener geworden im Hinblick auf Probleme, die eigentlich keine sind, wenn man, wie ich, eine zweite Chance bekommen hat. Die Zeit ist zu kurz und kostbar um sie mit unnötigen Dingen zu vergeuden. Genieße jeden Tag im Leben!