Ulf

 

Ganz schön Krank

Schizophrene Psychose

 

Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht. Oft wird das Wort „Schizophrenie“ für eine Psychose verwendet. Streng genommen ist das aber nicht richtig. Die Psychose beschreibt mehr als nur die Schizophrenie – Dazu gehören auch nicht chronische Phasen und auch organische und affektive Psychosen zählen dazu. Die Ursachen sind heftig diskutiert, man vermutet, dass die schizophrene Psychose vererbt werden kann (man hat also eine genetische Disposition dafür). Neben dieser Vermutung weiß man, dass organische Störungen (z.B. eine Störung des Hirnstoffwechsels) ebenfalls ursächlich sein können.

Die Symptome reichen von Wahnvorstellungen und Halluzinationen (üblicherweise akustische Halluzinationen in Form von miteinander sprechenden Stimmen) bis hin zu Persönlichkeitsstörungen, die  mit einem Verlust der Ich-Grenzen einhergehen. Beispielsweise ist der Kranke davon überzeugt, dass eigene Gedanken laut werden und von anderen gehört werden können, oder er vertritt die Vorstellung, fremde Gedanken lesen zu können.

Die schizophrene Psychose wird unter anderem medikamentös mit Antidepressiva und Neuroleptika behandelt. Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch die Möglichkeit von therapeutischen Maßnahmen durch die Psychatrie und Psychiater, Ergotherapie und Psychotherapie.

 

Diabetes-Typ-II

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper seinen Blutzuckerspiegel nicht mehr kontrollieren kann. Beim Typ-II Diabetes handelt es sich um eine Störung, bei das Insulin im Körper nicht richtig wirkt, man spricht von einer Insulinresistenz. In den ersten Krankheitsjahren kann die Bauchspeicheldrüse dies durch die Produktion hoher Insulinmengen ausgleichen. Noch in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte der Diabetes-Typ-II verharmlosend den Beinamen „Altersdiabetes“, weil er in der Regel erst im höheren Lebensalter auftrat. Allerdings wird der Diabetes-Typ-II auch bei immer mehr jüngeren Menschen diagnostiziert. Die angeborene Insulinresistenz hat durchaus einen biologischen Sinn. Die hohe Insulinausschüttung führt zu einer zuverlässigen Verstoffwechselung aller aufgenommenen Kalorien, was in Hungerzeiten das Überleben sichert. Menschen mit angeborener Insulinresistenz sind „gute Futterverwerter“ und neigen häufig bei vorhandenem Angebot bereits in der Kindheit zu Übergewicht. In Ländern der „Dritten Welt“ findet man deswegen überdurchschnittlich viele Menschen mit Insulinresistenz, was dort mit steigendem Wohlstand zu einer explosionsartigen Zunahme des Typ-II-Diabetes führt.

 

Sucht – Abhängigkeitssyndrom

Das Abhängigkeitssyndrom (umgangssprachlich: Drogenmissbrauch) wird als eine Gruppe von Verhaltensauffälligkeiten bezeichnet, die sich nach wiederholter Einnahme von psychotropen Substanzen entwickeln. Charakteristisch ist ein starkes, oft unüberwindbares Verlangen, sich die Substanz zuzuführen. Weitere Kennzeichen sind eine fortwährende oder periodische Einnahme der Substanz. Dabei treten Schwierigkeiten auf, den Konsum zu kontrollieren. Häufig andere Verpflichtungen oder Aktivitäten vernachlässigt. Es kommt dabei zu einer Toleranzerhöhung und manchmal zu einem körperlichen Entzugssyndrom. Da alle Substanzen in einem „sozialen Raum“ (meist mit anderen Personen) eingenommen werden, ist „Abhängigkeit“ das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen von seelischen, sozialen und körperlichen Prozessen.

 

 

Seelenspiegel.

Allein ist die Sucht und psychische Probleme kaum zu bewältigen. Oft ist die Klinikapotheke der Einstieg in den Medikamentenmissbrauch. Schäden und psychisch kritische Situationen können sehr schnell entstehen – Ohne, dass man etwas merkt und schneller, als man denkt. Ich bin genetisch vorbelastet, sodass ich von Geburt an anfälliger bin für geistig kritische Zustände. Alles begann mit einer Reise in die Karibik. Mein unvorsichtiger Umgang mit Drogen, insbesondere Cannabis, prägte meinen Weg. Später griff ich auch zu LSD – Und bin einfach abgehoben. Nun stehe ich hier, mitten im Leben. Ich habe den Entzug hinter mir, sowohl von illegalen Substanzen als auch von Medikamenten. Der Entzug ist schwer und kann unerwartet komplex sein.

Ein stabiler Freundeskreis und ein gutes Gespräch unter Peers ersetzen häufig den Therapeuten und Arzt.
Betroffene wissen in der Regel selbst was Ihr oder Ihm gut tut und welche Arten von Therapien man sich vorstellt. 2008 haben einige Freunde in meinem Kreis eine Initiative gegründet, die sich fast täglich trifft und Probleme und Philosophie austauscht und bespricht. Mit kreativem Schaffen und Engagement im psychiatrischen System versuche ich meinen Teil beizutragen, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verbessern: Heute arbeite ich als Recovery Guide und helfe Menschen, aus der Sucht auszusteigen.

 

Als ich das erste Mal Stimmen hörte, wusste ich sofort, was los ist.  Durch meinen Vater, der ein ähnliches Schicksal lebte, hatte ich eine Vorstellung von diesem Krankheitsbild. Die Diagnose hat mir natürlich die Beine weggerissen. Ich wollte nicht das Schicksal meines Vaters leben. Ich habe als Kind gesehen, welches Leid die schizophrene Psychose birgt.
Es war absolut verstörend.
Ich empfing von fast jedem meiner Mitmenschen Botschaften. Stimmen, die nur ich hören konnte. Sie sprachen zu mir, ohne zu reden. Es waren teilweise sehr banale Dinge, die ich hörte. Überflüssig, belanglos. Das hat mich tierisch genervt. Ich hörte in meinen Gedanken – Ähnlich wie im Traum. Hören, ohne tatsächliche akustische Signale. Heute ist im Grunde nur eine Stimme übriggeblieben. Diese Stimme betrachte ich als höhere Transzendenz, mein Seelenspiegel. Ich habe mich dazu entschlossen, sie nicht ständig in mein Leben zu lassen. Ich habe ihr erklärt, dass wenn ich sie brauche, ich sie kontaktieren werde und „antelefoniere“. Daran hält sie sich.
Damit habe ich etwas Besonderes erreicht, denn die meisten Stimmenhörer hören ununterbrochen Stimmen.
Ich habe mich dann in Berlin in Behandlung begeben - musste aber feststellen, dass die Psychiatrie ein Zwangssystem ist, das dem Patienten nicht wirklich hilft sondern ihn nur ruhigstellt und nicht zu einer Heilung imstande ist. Im Gegenteil. Die konservative Medizin mit all ihren Tabletten hat mir Diabetes und einen Tinitus beschert, zudem wurde durch die viele Medikation meine Motorik gestört. Heute bin ich zu 80% schwerbehindert.